Architektur

Taditionelle Architektur


Malaiisch

Die traditionelle malaiische Architektur ist durch eine hochentwickelte Bauweise gekennzeichnet, bei der auf optimale Weise die tropischen Bedingungen des Landes berücksichtigt werden. So wurden Gebäude beispielsweise auf Pfählen errichtet, um die Häuser von allen Seiten und auch von unten zu belüften und gleichzeitig die Auswirkungen gelegentlicher Überflutungen abzuschwächen. Hohe Schrägdächer und große Fenster sorgen nicht nur für ausreichende Luftzufuhr, sondern sind außerdem mit aufwändig geschnitzten organischen Verzierungen geschmückt.

Die traditionellen Häuser in Negeri Sembilan wurden aus Hartholz und ganz ohne Nägel gebaut. Man verwendete für die Häuser Balken, die durch Keile zusammengehalten werden. Ein wunderschönes Beispiel dieser Architektur kann man im alten Palast Seri Menanti in Negeri Sembilan bewundern, der um 1905 erbaut wurde.

Viele der malaiischen oder islamischen Bauwerke haben heute maurische Elemente, wie man im islamischen Kunstmuseum und zahlreichen Gebäuden in Putrajaya, der neuen Verwaltungshauptstadt, sowie in vielen Moscheen im ganzen Land bewundern kann.

Chinesisch

Die chinesische Architektur Malaysias lässt sich in zwei Arten unterteilen: die traditionelle und die der Baba-Nyonya. Beispiele der traditionellen Architektur, z. B. chinesische Tempel, wie den Cheng Hoon Teng, der 1646 erbaut wurde, findet man im ganzen Land.

Viele alte Häuser sind durch den Baustil der Baba-Nyonya-Kultur geprägt. Charakteristisch für die Bauweise sind Innenhöfe und herrliche bunte Fliesen.

Eine seltene architektonische Kombination aus chinesischen und westlichen Elementen kann man in der Terengkera Moschee in Melaka bewundern. Der Pagoden-ähnliche Stil ist ein erstklassiges Beispiel für die chinesisch beeinflusste Dachform, kombiniert mit westlichen Verzierungen an den Balustraden und Gittern.

Indische Architektur

Die meisten Hindus Malaysias stammen ursprünglich aus dem Süden Indiens und die hiesigen Hindu-Tempel präsentieren auf wundervolle Weise die bunte Architektur dieser Region.

Der Ende des neunzehnten Jahrhunderts erbaute Sri Mahamarimam Tempel in Kuala Lumpur ist einer der aufwändigsten Hindu-Tempel des Landes mit prachtvollen Verzierungen. Die detailgenaue dekorative Anordnung der Verzierungen umfasst aufwändige Schnitzereien, Goldverzierungen, handbemalte Motive und feinste Fliesen aus Italien und Spanien.

Die Tempel der Sikhs, einer ebenso kleinen Minderheit, die in vielen Teilen des Landes zu finden sind, sind etwas bescheidener gestaltet.

Indigene Völker von Sabah und Sarawak

Zwei ungewöhnliche architektonische Highlights der indigenen Bevölkerung Sabahs und Sarawaks sind die Langhäuser und die Wasserdörfer.
Die Langhäuser, die vor allem an den Flüssen im Inland zu finden sind, sind traditionelle Gemeinschaftsunterkünfte der indigenen Einwohner dieser Regionen. Diese länglichen auf Pfählen erbauten Häuser aus Holz werden mit Schlingpflanzen zusammengehalten und die Dächer sind aus geflochtenen Mangrovenpalmblättern oder mit Blättern bedeckt. Die Häuser können von 20 bis 100 Familien bewohnt werden.

Die urigen Wasserdörfer, die vor allem an der Küste und an Flussufern zu finden sind, wurden auf Pfählen errichtet. Die Häuser sind durch Holzstege miteinander verbunden, an deren Seiten gewöhnlich Boote ankern. Übliche Verkehrsmittel sind der Sampan oder das Kanu.

Kolonialstile


Die architektonischen Stilrichtungen der verschiedenen Kolonialmächte sind an vielen zwischen 1511 und 1957 erbauten Gebäuden zu erkennen.

Portugiesisch

Das bemerkenswerteste Beispiel der portugiesischen Architektur ist die Festung A Famosa in Melaka. Sie wurde 1511 von Alfonso d’Albuquerque erbaut und von den Niederländern nahezu zerstört. Heute steht nur noch ein kleiner Teil der Festung auf dem Hügel, der das Stadtzentrum, den alten Hafen und die Straße von Melaka überragt.

Niederländisch

Das Stadthuys mit seinen schweren Holztüren, dicken roten Wänden und schmiedeeisernen Scharnieren in Melaka Town ist das eindrucksvollste Relikt der niederländischen Ära. Es ist ein exquisites Beispiel der niederländischen Maurer- und Holzverarbeitungskunst. Das Haus wurde zwischen 1641 und 1660 erbaut und ist wohl das älteste im Osten.

Britisch

Zu den bedeutendsten von den Briten erbauten Wahrzeichen zählt das Sultan Abdul Samad Building, das den Merdeka Platz in Kuala Lumpur majestätisch überragt. Dieses im maurischen Stil 1897 erbaute herrliche Gebäude diente als Kolonial-Sekretariat während der britischen Kolonialherrschaft.

Geschäftshäuser aus Zeiten vor der Unabhängigkeit (Prä-Merdeka) strahlen noch immer mit dem charakteristischen Charme der früheren Tage. Ein Beispiel für den Einfallsreichtum der Engländer ist der „Five-Foot-Way“, ein überdachter Gehweg, der die Fußgänger vor Hitze und Regen schützen soll.