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Traditionelle Kleidung

Eine Vielfalt An Asiatischen Traditionen


Herrliche Stammes-Haarfedern, Körperbekleidung aus Rinde, antike goldgewobene königliche Songket-Stoffe. Das Angebot an Malaysias traditionellen Trachten und Textilien ist erstaunlich vielseitig und farbenfroh.

Vor langer Zeit trugen die Stämme der Ureinwohner einheimische Trachten aus Rinde und Perlen. Mit der Entstehung des alten Königreiches benutzte das malaiische Königtum handgewobene feine Textilien und komplizierte malaiische Batik. Als der Auslandshandel aufblühte, wurden Trachten und Textilien wie chinesische Seide, der indische Pulicat Sarong und der arabische Jubbah, ein Gewand mit weiten Ärmeln, in das Land eingeführt.

Auch heute noch wird traditionelle Kleidung wie der malaiische Baju Kebaya, der indische Saree und der chinesische Cheongsam viel getragen.

Malaiisch

Vor dem 20. Jahrhundert trugen malaiische Frauen in der Öffentlichkeit noch Kemban, also nur einen Stoff, der über der Brust zusammengebunden war. Als der Islam sich weiter verbreitete, begannen sie, den bescheideneren, aber dennoch eleganten Baju Kurung zu tragen. Der Baju Kurung ist eine knielange lose Bluse mit Bundfalten auf der Seite, die über ein langes Hemd getragen wird. Sie kann auch mit traditionellen Stoffen, wie Songket- oder Batikstoffen, kombiniert werden. Normalerweise werden diese traditionellen Kleidungsstücke mit einem Selendang, einem Schal, einem Tudung oder einem Kopftuch getragen.

Das traditionelle Kleidungsstück für den malaiischen Mann ist der Baju Melayu. Der Baju Melayu ist ein loser Kittel, der über Hosen getragen wird, üblicherweise zusammen mit einem Sampin, einem kurzen Stück Stoff, der um die Hüften gewickelt wird.

Chinesisch

Das traditionelle Cheongsam oder „langes Kleid” ist bequem und elegant und eine beliebte zeitgenössische Mode für Damen. In der Regel hat es einen hohen Kragen, Knöpfe oder Knotenverschlüsse nahe der Schulter, eine Übergangspassung an der Taille und Schlitze auf einer oder beiden Seiten. Meistens ist der Cheongsam aus glänzender Seide und mit Satin oder anderem feinen Gewebe bestickt.

Indisch

Der Sari ist ein weltberühmtes traditionelles indisches Kleidungsstück. Er besteht aus einem Stück Stoff, normalerweise 4,5 bis 5,5 Meter breit, und wird mit einem etwa gleichgroßen Unterrock, einer passenden oder sich abhebenden Saribluse oder einer herkömmlichen Bluse getragen. Ganz typisch ist es, ihn um den Körper zu wickeln, sodass der Pallau – sein ausgiebiges besticktes oder bedrucktes Ende – über die linke Schulter gelegt wird. Sein Unterrock wird genau über oder unter dem Bauchnabel getragen und dient als stützendes Gewand, um den Sari zu halten. Der Sari, ein edles Kleidungsstück, wird aus einer Vielzahl von Materialien, Stoffen und Designs hergestellt.

Indische Damen aus dem Norden tragen den bekannten Salwar Kameez oder Punjabi Suit, ein langer Kittel, der über Hosen zusammen mit einem passenden Schal getragen wird.

Bei offiziellen Anlässen ist die Kurta die traditionelle Tracht für Männer. Es ist ein knielanges Hemd, das typischerweise aus Baumwolle oder Leinen genäht wird.

Baba Nyonya

Chinesische Immigranten, die malaiische Partner heirateten, trugen die elegante Kebaya, die als traditionelle Haute Couture bezeichnet werden kann.

Mit großer Geschicklichkeit wird dünner Stoff mit der Hand genäht. Die komplizierten Stickereien sind vergleichbar mit venezianischer Spitzenarbeit. Die Krönung ist eine delikate Nadeltechnik, die Tebuk Lubang genannt wird – wörtlich übersetzt mit Löcher stanzen. Bei dieser Technik werden die Umrisse eines Blumenmotivs von einem Stoff genäht und das Innere herausgeschnitten. Wenn es korrekt gemacht wird, ist das Resultat eine feine spitzenartige Stickerei am Kragen, an den Aufschlägen und Manschetten, am Saum und an den zwei dreieckigen vorderen Stoffteilen. Diese Stoffteile über den Hüften nennt man Lapik.

Portugiesisch-eurasisch

Portugiesische-eurasische traditionelle Kleidung aus Melaka ist auf portugiesische Siedler im 16. Jahrhundert zurückzuführen und spiegelt deren Traditionen wider. Die Farben schwarz und rot überwiegen; Männer tragen Jacken und Hosen mit Hüftschärpen, während die Damen weite mehrschichtige Röcke tragen.

Sarawak

Mit seinen diversen Volksstämmen hat der größte Staat Malaysias, Sarawak, eine Fülle von einzigartigen Stammes-Trachten. Es werden viele Designs und ursprüngliche Motive verwendet. Für die Orang Ulu oder die Stämme flussaufwärts sind alltägliche Materialien zusammengehaltene Gewebe aus Baumrinde, Federn und Perlen. Sarawak ist bekannt für die gewebte Pua Kumbu des Iban-Stammes, für den Songket der Sarawak Malai, für Accessoires mit bunten Perlen und den traditionellen Schmuck und Haarschmuck.

Sabah

Genau wie in Sarawak gibt es auch in Sabah eine bunten Mischung aus verschiedenen Volksstämmen. Jeder Stamm verziert Kleidung, Kopfbedeckungen und persönliche Ornamente mit verschiedenen Formen, Motiven und Farbenanordnung, je nach Sippe und Gegend. Es gibt jedoch Ähnlichkeiten in ihrer traditionellen Kleidung zwischen kulturell verschiedenen Stämmen, die nicht weit voneinander entfernt wohnen. Zu den besonderen Hüten und Kopfbedeckungen gehört der Kadazan Dusun Strohhut für Damen, der von Bajau gewebte Dastar und der Kopfschmuck des Lotud-Mannes, der anhand der Anzahl seiner Falten darauf hinweist, wie viele Frauen der Mann hat.

Orang Asli

Die Orang Asli der Halbinsel Malaysia lebten ursprünglich im tiefen Dschungel von Malaysia. Die Terap beispielsweise trugen Kleidung aus Baumrinde wie den Terap und Grasröcke. Zu den Verzierungen gehören geschickt gewebte Haarbänder mit komplizierten Mustern, die aus Blattwedeln gemacht sind.